Warum „ICT for Health“?

Die Zahl älterer Menschen steigt stetig – auch in der Ostseeregion. Damit einher geht aber auch die steigende Zahl von chronisch erkrankten Bürgern. Das ist auch eine große Herausforderung für das öffentliche Gesundheitswesen. Die Gesundheitsvorsorge durch Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT), auch bekannt als eHealth, bietet Lösungen für die wachsenden Herausforderungen. Durch den Einsatz moderner Technologien in Kombination mit verbesserten Dienstleistungen kann das Gesundheitswesen effizientere Leistungen anbieten.

Sicherstellung qualitativ hochwertiger Gesundheitsvorsorge für die Bevölkerung durch ICT-Lösungen

eHealth-Technologien ermöglichen den Bürgern, eine größere Verantwortung für ihre eigene Gesundheit und Lebensqualität zu tragen und führen zu einer verbesserten Kosteneffizienz im Gesundheitssektor. Die Nutzung von ICT schafft Kooperationsmöglichkeiten zwischen Patienten und Ärzte zur Prävention und Behandlung von chronischen Krankheiten. So kann ICT genutzt werden, um eine qualitativ hochwertige Gesundheitsvorsorge zu gewährleisten.

Höhere Akzeptanz von ICT im Gesundheitswesen ist der Kern für die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in der Zukunft

Trotzdem eHealth dem Gesundheitssektor bereits in Grundzügen zur Verfügung steht, ist die Bereitschaft, die Technologien tatsächlich zu nutzen, noch nicht gleichermaßen intensiv ausgeprägt. Die Akzeptanz von ICT variiert bei Bürgern und Mitarbeitern des Gesundheitswesens. Doch eine breitere Akzeptanz und damit verbunden auch eine erhöhte Nutzung von eHealth ist eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung, Umsetzung und Erzeugung innovativer Technologien zur Gesundheitsvorsorge. Daher müssen Sozialkompetenz, Wissen und Akzeptanz bei den Bürgern und Mitarbeitern des Gesundheitswesens zur Nutzung von eHealth-Technologien in der gesamten Ostseeregion gestärkt werden.

Was sind unsere Ziele?

Höhere Akzeptanz von ICT im Gesundheitswesen

Selbst wenn jeder Zugriff auf grundlegende IC-Technologien hätte (zum Beispiel auf Mobiltelefone und PCs), ist die Nutzung von ICT im Gesundheitswesen nicht selbstverständlich. Doch ohne allgemeine Akzeptanz von eHealth ist die fortlaufende Erzeugung von Gesundheitsvorsorgetechnologien nicht möglich. Daher ist das übergreifende Ziel des Projekts „ICT for Health“, Bürger mit chronischen Krankheiten und Mitarbeiter des Gesundheitswesens in den Partnerregionen von eHealth zu überzeugen. Damit sollen sie auch über die Möglichkeiten und das Wissen zur Nutzung von ICT bis zum Ende des Projekts im Jahr 2012 verfügen.

Länderübergreifender Erfahrungsaustausch zwischen den Partnerregionen

Die teilnehmenden Länder und Regionen stellen während der Laufzeit des Projekts ihre Strategien vor, durch die eHealth-Technologien stärker akzeptiert und genutzt werden sollen. Der Austausch und Vergleich dieser Strategien dient einer besseren Prävention und Behandlung der überalternden Bevölkerung.

Verbesserung der Bekanntheit von eHealth unter Mitarbeitern des Gesundheitswesens und der Bevölkerung

Einige Mitarbeiter und chronisch Kranke werden in einem Pilotprogramm darin unterrichtet, wie sie eHealth-Technologien bei der Prävention und Behandlung chronischer Krankheiten einsetzen und nutzen können.

Verbesserung der Patientenverantwortlichkeit hinsichtlich der eigenen Gesundheit

Während des Pilotprogramms wenden Patienten mit chronischen Herzerkrankungen Technologien zur Selbstbeobachtung für Sekundärprävention und Behandlungsabläufe an. Dabei werden sie von Mitarbeitern des Gesundheitswesens unterstützt. Neben der Selbstüberwachung wird zusätzlich ein webbasiertes eLearning-Programm getestet, das Lernmaterial zur Prävention und Behandlung chronischer Erkrankungen bereithält.  Das Pilotprogramm konzentriert sich auf chronische Herzerkrankungen, die als Beispiel für die Anwendung bei anderen chronischen Erkrankungen dienen können.

Verbesserung der Mobilität von Bürgern mit chronischen Erkrankungen

Ein Teil der Bürger mit chronischen Herzerkrankungen nimmt an einem Pilotprogramm teil, bei dem eine mehrsprachige, elektronische Patientenakte getestet wird. Die wesentlichen Daten werden von den Patienten selbst aufgezeichnet. Dabei verbessert die elektronische Krankenakte die Mobilität von chronisch erkrankten Bürgern, da sie Urlaubs- oder Geschäftsreisen in das benachbarte europäische Ausland erleichtert und sicherer macht.

Wie erreichen wir unsere Ziele?

Länderübergreifende Zusammenarbeit für die Gesundheit

Der erste Schritt auf dem Weg zu dem Ziel, eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung zu gewährleisten, ist eine länderübergreifende Kooperation. Denn verschiedene Länder und Regionen haben verschieden Herangehensweisen an das Thema des Projekts. Dadurch entsteht ein reicher Austausch an Erfahrungen und es setzt ein Lernprozess ein. Deshalb werden im Projekt selbst auch ICT-Lösungen genutzt – so zum Beispiel „Online-Diskussionen“ zum Erfahrungsaustausch.

Drei Pilotprogramme in den Projektregionen

Im Rahmen des Projekts gibt es drei Pilotanwendungen:  
1. Ein umfangreiches System zur Selbstüberwachung bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (WP4)
2. Erzieherische Inhalte zur besseren Nutzung von eHealth durch Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Bürger (WP5)
3. Ein mehrsprachiges, persönliches Gesundheitsportal, das es Bürgern mit chronischen Erkrankungen ermöglicht, ihre Gesundheitsdaten elektronisch zu dokumentieren, wodurch ihre Mobilität bei Auslandsreisen verbessert wird (WP6)
Alle entwickelten, standardisierten Lösungen werden über ein Verteilernetzwerk Dienstleistern im Gesundheitswesen der Ostseeregion angeboten und an sie übermittelt.

Verbreitung und Dialog mit Bürgern und Mitarbeitern im Gesundheitswesen

Das Projekt klärt die Auswirkungen der Überalterung der Bevölkerung auf das Gesundheitswesen. Es benennt und verbreitet zudem Strategien zur Kapazitätssteigerung bei der Nutzung von eHealth in der Prävention und der Behandlung chronischer Erkrankungen. Die Erkenntnisse werden in einer länderübergreifenden Diskussionsrunde mit Interessenvertretern der Ostseeregion aus Politik, Wirtschaft und dem Gesundheitssektor bekanntgemacht.

Woraus bestehen die Projektleistungen?

Das Projekt ist in sechs Arbeitspakete (WP) aufgeteilt. Die Arbeitspakete 1 und 2 schaffen ein strategische Rahmensystem für das länderübergreifende Netzwerk und spezifizieren die Struktur und Organisation der Kooperation. Das Arbeitspaket 3 legt seinen Schwerpunkt auf Strategien zur Verbesserung der Akzeptanz von eHealth. Mit den Arbeitspaketen 4 und 6 werden technische Lösungen und Standards für länderübergreifende eHealth-Anwendungen im Bereich eHealth-Lösungen entwickelt und durchgeführt. Das Arbeitspaket 5 beinhaltet die Ausbildung bezüglich der Nutzung von eHealth-Technologien.

WP1 Projektmanagement und Verwaltung

Erwartetes Ergebnis: hoher Grad an Projektqualität durch effizientes Projektmanagement und Verwaltung.

WP2 Kommunikation und Information

Erwartetes Ergebnis: effiziente interne und externe Kommunikation und Verbreitung von Projekttätigkeiten und Zwischenergebnissen.

WP3 Strategien zur Verbesserung der Sozialkompetenz der Bevölkerung und der Mitarbeiter im Gesundheitswesen in der Nutzung von eHealth Technologien

Erwartetes Ergebnis: Übersicht über übertragbare regionale Strategien und Verfahren, die sich mit dem Einsatz von ICT-Lösungen für ältere Menschen mit chronischen Krankheiten befassen. Das schließt die Verbesserung von Fähigkeiten im Umgang mit ICT bei älteren Bürgern ein. Dies soll der Bewusstseinsbildung und der Diskussion zwischen Interessenvertretern aus Politik, Wirtschaft und dem Gesundheitssektor dienen. Eine länderübergreifende Analyse der Auswirkung einer überalterten Gesellschaft auf das Gesundheitswesen und chronische Erkrankungen in der Ostseeregion soll als Grundlage für länderübergreifende Gespräche zwischen Interessenvertretern aus Politik, Wirtschaft und dem Gesundheitssektor hinsichtlich des Nutzungspotenzials von eHealth dienen.

WP4 Hilfe zur Selbsthilfe von Bürgern mit chronischen Herzerkrankungen durch lebenslanges Lernen und Selbstüberwachung

Erwartetes Ergebnis: Systeme zur Selbstüberwachung und zum selbstständigen Lernen werden von 400 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und Mitarbeitern im Gesundheitswesen genutzt, welche dann direktes Feedback zu den Gesundheitsdaten in den Pilotregionen geben. Die Leistungen werden nach Beendigung des Projekts Organisationen und der Öffentlichkeit in der Ostseeregion angeboten und an sie übermittelt.

WP5 Ausbildung für Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Bürger mit chronischen Erkrankungen zur Nutzung von eHealth-Technologien

Erwartetes Ergebnis: Ausbildungskurse zur Nutzung von eHealth-Technologien für Mitarbeiter im Gesundheitswesen, Bürger mit chronischen Krankheiten und ältere Menschen (3 Module), welche während des Projekts von den Bürgern und Mitarbeitern im Gesundheitswesen in den Regionen des Pilotprogramms besucht werden, und die im Anschluss der Öffentlichkeit in der Ostseeregion angeboten werden.

WP6 Ermöglichen der Dokumentation von Gesundheitsdaten in einem mehrsprachigen persönlichen Gesundheitsportal für mobile Bürger

Erwartetes Ergebnis: Das mehrsprachige persönliche Gesundheitsportal mit international verständlichen, medizinischen Informationen wird von 400 Patienten aus dem WP4 Pilotprogramm genutzt. Das Gesundheitsportal und damit verbundene Selbstüberwachungsleistungen werden nach Projektende Organisationen und der Öffentlichkeit in der Ostseeregion angeboten und übermittelt.

Wer sind die Partner?

Die Projektpartner setzen sich aus Fachleuten aus Krankenhäusern, Universitäten, regionalen Verwaltungen für Gesundheitsvorsorge, Gemeinden und Telemedia-Experten aus der Ostseeregion zusammen. Das Projekt profitiert vom „eHealth for Regions“-Netzwerk und seinem Political Strategic Board (PSB), welches während eines INTERREG IIIB-Projekts zur Bewusstseinsbildung und Verbreitung gegründet wurde.